Holcmány

Hosman (dt. Holzmengen, ung. Holcmány) ist eine Ortschaft in der Gemeinde Nocrich (dt. Leschkirch, ung. Ujegyház) in Siebenbürgen, Rumänien und liegt im Harbachtal (rum. Valea Hârtibaciului, ung. Hortobagyfolyó) östlich von Sibiu.

Geschichte

thumb|300px|right|Blick vom Turm der Kirchburg auf Hosman im April 1999

Der Ort wurde im Jahr 1381 als Holzmenia erstmalig urkundlich erwähnt. Er wurde im Jahr 1449 von Vlad III. Drăculea zerstört und verödete. Um 1500 wird er unter den Gemeinden des Leschkircher Stuhls mit 15 Wirten angeführt, einem Hirten und einem Schulmeister. Während der Kuruzzenkriege von 1703 bis 1711 blieben von 400 Hauswirten nur 15 übrig. Die Kommassation wurde in Holzmengen 1895 durchgeführt.

Mit der 1910 eröffneten Schmalspurbahn Hermannstadt - Agnetheln erhielt Holzmengen einen eigenen Bahnhof. Der Betrieb auf der Wusch genannten Bahn wurde im Herbst 2001 eingestellt.

Der Ort wird geprägt durch seine Kirchenburg der evangelischen Gemeinde. Die Stilelemente der inneren Basilika lassen auf eine Ersterbauung um das Jahr 1275 schließen. Im 18. Jahrhundert wurde sie zu einer barocken Hallenkirche umgebaut, 1794 wurden dazu die Seitenschiffe abgetragen; zu gleicher Zeit wurde offensichtlich auch das Westportal mit seinem so genannten polychromen Tympanon wieder freigelegt. An diesem befinden sich zahlreiche Reliefs ( z.B. der Hl. Petrus und der Hl. Markus). Die ursprüngliche Burg bestand aus zwei sieben Meter hohen Ringmauern mit Schießscharten und sechs Türmen. Der innere Ringmauergürtel bildet ein perfektes Oval, während der äußere ihn als unregelmäßiges Viereck umgibt. Bemerkenswert ist das imposante Fallgitter aus Holzbohlen; hinzu kommt ein Relief an der Westwand des Turmes neben dem Vierpaßfenster, das zwei Personen darstellt (vermutet wird die Darstellung Adam und Evas b zw. die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer). 1994/1995 wurde die Kirchenburg restauriert.

Religion

thumb|300px|right|Die Kirchburg von Hosman im April 1999

Die mitgliederstärkste Konfession des Ortes bildet die rumänisch-orthodoxe Gemeinde, welche ihre Gottesdienste in der südlichen der beiden Gemini-Kirchen feiert (die kleinere, nördliche, war ursprünglich griechisch-katholisch).

Mitte des 19. Jahrhunderts wird eine römisch-katholische Kirche - mit je einem seitlich angrenzenden Wohnhaus für Ursulinerinnen und den Priester - im Dorfzentrum erbaut. Die Gemeinde bestand aus Siebenbürger Sachsen, was für den ländlichen Raum Siebenbürgens ungewöhnlich ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Pfarrstelle allerdings wieder aufgegeben; die Kirche wird bis Ende der 1980er Jahre nur noch gelegentlich genutzt. Die katholischen Familien nahmen seit Kriegsende verstärkt am Gemeindeleben der evangelischen Gemeinde teil und wurden hier integriert.

Die evangelische Gemeinde, über Jahrhunderte die weitaus größte gemeinde des Dorfes, zählte Anfang 1990 noch ca. 260 Seelen, 2004 gehören ihr offiziell sechs, 2005 15 Mitglieder an.

Eine Pfingstgemeinde hat sich 2004 eine Kirche am Dorfeingang gebaut; ferner gibt es einige Mitglieder der Siebenten-Tags-Adventisten.

Weblinks

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